Liga: TSV FC Hagen/Uthlede - TSV Etelsen 4:4 (2:1)

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Das Glück erzwungen! cheerful

Auch in den vorherigen beiden Spielen hatten sich unsere Jungs nie aufgegeben, verließen aber dennoch als Verlierer den Platz. Was zu einem möglichen (Teil-) Erfolg fehlte, war das Quäntchen Glück. Wer wüsste es nicht: Gerade dann, wenn man sie besonders braucht, macht sich die Glücksfee besonders rar. Eine Erkenntnis, die für Fußballmannschaften im Tabellenkeller erst recht gilt. Aber heute war alles anders.

Die Begegnung des gastgebenden Tabellenzweiten gegen das Liga-Schlusslicht aus Etelsen begann erwartungsgemäß. Die Schwarzgrünen stürmten, unsere Schlossparkkicker dagegen fast nur defensiv unterwegs. Bekanntlich steigt unter Druck das Fehlerrisiko, nur so lässt sich ein fataler Querpass eines unserer Innenverteidiger im Strafraum erklären, der dazu führte, dass Daniel Büchau, unser Keeper, sich nur noch mit einem Foulspiel zu helfen wusste (10.). Der Schiedsrichter ließ glücklicherweise die Rote Karte stecken, zeigte aber korrekterweise sofort auf den Punkt. Christoph Müller legte sich die Kugel zurecht, nahm Anlauf und donnerte das Spielgerät mit Schmackes klar übers Tor in die Botanik. Auf unserer Seite ein deutliches "Puuh!" Nur einige Minuten später hätten wir dann sogar in Führung gehen können, wenn nicht müssen. Ein blitzsauberer Konter über unsere linke Angriffsseite führte zu einer Vier-gegen-eins-Situation und was passiert? Logisch, der fällige Querpass wird dem einzigen Hagener in die Füße gespielt! Irgendwie muss man sowas cleverer zu Ende spielen... Wenigstens auch mal ein "Puuh" auf Seiten der Platzherren. Das nächste "Puuh" dann wieder bei uns. Eine Flanke von der Grundlinie wird auf ihrem Weg Richtung Strafraum vom Kopf eines unserer Abwehrspieler unabsichtlich auf Hagens Nr. 14, Erik Köhler, verlängert. Der zieht aus ca. 7 m sofort volley ab, die Kugel knallt gegen die Querlatte und von dort - tja, wohin? Die einen sagen so, die andern so. Jedenfalls hat der Schiedsrichter den Ball nicht vollumfänglich hinter der Torlinie gesehen und folglich auch kein Tor gegeben (18.). Auf jeden Fall "Puuh"!

Danach ist aber erst mal Schluss mit lustig und mit "Puuh", denn nur zwei Minuten später wird eine Flanke Köhlers von der rechten Grundlinie  auf Tim Grundmann nicht unterbunden, der anschließend nur wenig Mühe hat, das Spielgerät aus kürzester Entfernung in die Maschen zu köpfen (20.). Spätestens nachdem die Nr. 6 der Heimmannschaft, Marlo Burdorf, mit einem Sonntagsschuss aus ca. 18 m in den rechten Knick den Zählerstand auf 2:0 (26.) erhöht hat, sieht es so aus, als hätten die Hagener endgültig den Bann gebrochen. Aber merkwürdigerweise haben wir anschließend mehr Offensivaktionen als zuvor, auch wenn Hagen spielbestimmend bleibt. Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzt Nicolai Gräpler Bastian Reiners mit einem präzisen Zuspiel in den Strafraum in Szene. Basti behält gegen Hagens Nr. 1, Yannick Becker, die Nerven und bezwingt den Keeper mit einem sehenswerten Lupfer zum 2:1 (43.) Anschlusstreffer. Ein besserer Zeitpunkt ist kaum vorstellbar!

Aus der Pause kommen unsere Jungs jedenfalls mit deutlichem Rückenwind, sodass sich ein mehr oder weniger offener Schlagabtausch entwickelt. Gegen die starke Offensive der Platzherren zeigt sich Büchau mehr als einmal als starker Rückhalt unserer Abwehr, aber auch wir sind jetzt öfter im Vorwärtsgang zu sehen und bringen die gegnerische Defensive mehrfach in Verlegenheit. Daher ist das 3:1 (58.) durch Kai Diesing schon fast etwas überraschend: Ein weiter, hoher Ball von Burdorf fällt nahezu senkrecht Hagens Nr. 8 auf den Scheitel, der so aus ca. 11 m Daniel Büchau überlupfen kann. Ein Treffer, der den Auftakt für zwei weitere gibt. Zunächst gelingt uns postwendend die passende Antwort, indem Nicolai Gräpler (?) sich an der Grundlinie gegen einen Hagener behauptet und mit seiner Flanke in der Mitte Bastian Deke findet, der sträflich alleingelassen aus etwa 6 m auf 3:2 (59.) verkürzt. Doch leider schaffen es die Gastgeber nahezu ebenso schnell, den alten Abstand wieder herzustellen. Hagens Kai Diesing wird im Strafraum angespielt und sucht aus ca. 10 m den Abschluss. Unser Keeper ist zwar noch dran, kann den Einschlag aber nicht verhindern, also 4:2 (61.). Ganz ehrlich, auf ein glückliches Ende für uns wage ich in diesem Moment kaum mehr zu hoffen, doch die Schlossparkkicker sind - im Gegensatz zu mir - überraschend robust, legen eher noch 'ne Schippe drauf und kämpfen aufopferungsvoll um jeden Ball. Chapeau!

Besonders erwähnenswert ganz klar Daniel Büchau, der uns mit einer saustarken Leistung mehr als einmal im Spiel hält und so mit dafür sorgt, dass sich die alte Fußballerweisheit, wonach derjenige bestraft wird, der seine Chancen nicht nutzt, einmal mehr bewahrheitet. Es sind schon 84 Minuten auf der Uhr, ehe Reiners (?) mit einem Zuspiel Bastian Deke auf die Reise schickt, der letztlich dafür sorgt, dass Hagens Torwart zum zweiten Mal am heutigen Tag mit einem Lupfer geschlagen wird. In der Nachspielzeit trägt Göttin Fortuna dann gleich zweimal blau-weiß. Zunächst schafft es Hagens Michel Klimmek aus spitzem Winkel und 6 m Torentfernung nicht, das Runde ins leere Eckige zu kriegen (91.) und eine Minute später erlaubt sich Hagens Nr. 28, Christoph Müller, ein m. E. unnötiges Foul an unserem Christian Heusmann (?), das prompt mit einem Freistoß geahndet wird. Yannik Funck tritt an und schafft es doch tatsächlich, aus ca. 23 m die Pille über die Drei-Mann-Mauer hinweg direkt ins Tor zu befördern. Nicht wenige haben die Kugel schon über der Querlatte im Toraus gesehen, aber denktst'e - drin ist sie! Unmittelbar danach ist Schluss, wobei der zugehörige Pfiff im Freudengeheul unserer Schlossparkkicker unterzugehen droht.

Insgesamt ein glücklicher, aber aufgrund der starken Mannschaftsleistung - insbesondere im zweiten Durchgang - nicht unverdienter Punktgewinn. Hierauf lässt sich aufbauen!

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